Qualitätsmanagement für Hochschulen

Viele Hochschulen stehen vor der Aufgabe, ein Qualitätsmanagement einzurichten oder ein vorhandenes weiter zu entwickeln. Der Workshop will auf der Basis des hochschulpolitischen Hintergrundes nicht nur prinzipielle Probleme erörtern sondern auch konkrete Hilfestellung bei der Einrichtung und Optimierung, aber auch für konkrete Einzelprobleme bieten.

 

Lernziele

In diesem Rahmen sollen folgende und weitere Fragen diskutiert und geklärt werden: Warum ist seit der Jahrtausendwende Qualität und ihr Management  ein zentrale Punkt für die Hochschulentwicklung, welche Beziehungen bestehen zum Bologna-Prozess und zum System der Akkreditierung? Können QM-Systeme aus der Privatwirtschaft Vorbildfunktion übernehmen? Wie verhalten sich interne Interessen und externer Druck zueinander?

 

Inhalte

 

1. Tag: 22. Januar 2019

 

I. Wer definiert Qualität im Hochschulbereich?

Welche Rolle spielt die Selbstreferenz der Wissenschaft als Kernprozess der Hochschulen und wie verhält sich diese zu den Ansprüchen interner und externer Stakeholder: Studierende, Träger/Finanziers, Gesellschaft (Politik, Arbeitsmarkt, Zivilgesellschaft), und Kooperationspartner. Funktion der Bildungsziele: Wissenschaft, Employability, Persönlichkeitsentwicklung, Engagement, sowie der individuellen Profile der Hochschulen.

 

II. Wie misst man Qualität?

Diskurs-/Dialogorientierung Verfahren (Peers, Qualitätszirkel, Evaluationen usw.) versus Indikatorenorientierung (Preise, Patente, Veröffentlichungen, Studienerfolg Alumni, Drittmittel, Zitationen)

Es werden die Vor- und Nachteile der Messmethoden diskutiert, ihre zieladäquate Funktionalität aber auch die generelle Frage, ob Qualität durch die Messmethode definiert wird und was durch das Messraster fällt.

 

2. Tag: 23. Januar 2019

 

III. Wie erzeugt/ermöglicht man Qualität?

Die Hauptaspekte bei der Erzeugung oder Ermöglichung von Qualität sind neben dem Input (Qualitätsziele, personelle und materielle Ressourcen, Netzwerke) vor allem Organisation und Steuerungs-/Ablaufprozesse mit Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten, und Führungsinstrumenten. Für Hochschulen ist in stärkerem Ausmaße als für privatwirtschaftliche Organisation die Balance von Funktionalität und Partizipation (im Sinne von Wissenschaftsfreiheit, Selbstverwaltung  und Mitarbeiterpartizipation) von Bedeutung.

 

 

IV. Wie überprüft, sichert und verbessert man Qualität?

Nach der Erzeugung/Ermöglichung von Qualität sind ihre Überprüfung  und die sich daraus ergebenden Konsequenzen der entscheidende Teil des Qualitätsmanagements. Hier geht es zentral um die Einrichtung von PDCA-Kreisläufen (plan,do,check,act) auf den verschiedenen Handlungsebene. Dieser auch als Deming-Zirkel bekannte Handlungsverlauf ist selbst eher trivial, seine organisatorische Realisierung  vor allem in seiner konzeptionellen Geschlossenheit aber teilweise eher schwierig, vor allem wenn es um die Trennung von Planung / Umsetzung(p/d) von deren neutraler Überprüfung (c) geht. Als Instrumente wird auf den Abschnitt II rekurriert. Entscheidender Punkt ist das Ineinandergreifen von Erzeugung und Sicherung/kontinierliche Verbesserung von Qualität als resümierender Aspekt dieses Abschnittes

 

V. Welche Methoden/Konzepte von QM gibt es?

Im Wesentlichen stehen die Konzepte von ISO EN 2000 und TQM/EFQM nebeneinander, die in zentralen Aspekten, wie sie in den vorangegangenen Abschnitten diskutiert wurden, identisch sind, sich aber in der Systematik und ihrer Zielsetzung unterscheiden. Dazu kommen die Anforderungen der Programm- und Systemakkreditierung des Akkreditierungsrates als für deutsche Hochschulen verbindlicher Rahmen, der von den einzelnen Agenturen in unterschiedlicher Weise operationalisiert wird.

 

VI. Qualität des QM?

Wird die Qualität wirklich besser? Abschließend wird diskutiert, welche Erfahrungen mit QM-Systemen (nicht nur an Hochschulen) gemacht wurden und ob sich dadurch die Qualität an Hochschulen verbessert hat.

 

Referent:

Prof. Dr. Johann Schneider

Von 1976 bis 2009 Professor für Soziologie (Schwerpunkte: Stadtsoziologie, Organisationssoziologie und Ethik) an der Fachhochschule Frankfurt, deren Rektor und Prorektor er von 1982 bis 1994 war. Mitgliedschaften u.a. in Akkreditierungskommissionen des Wissenschaftsrates, im Vorstand des Landeshochschulrates Brandenburg und im Vorstand des ISR-Instituts für Stadt- und Regionalentwicklung. Mitglied in verschiedenen Expertengruppen und Strukturkommissionen zur Hochschulplanung, ehem. Mitglied des Akkreditierungsrates, zuletzt Leitung einer privaten Hochschule in Süddeutschland.

 

Teilnehmer: Hochschulmitglieder mit Leitungsverantwortung auf der oberen und mittleren Ebene und QM-Beauftragte sowie Stabsstellen und den Leitungsebenen zugeordnete Einrichtungen mit entsprechenden Aufgaben

Arbeits- und Vermittlungsformen: zweitägiger Workshop mit Präsentation, Diskussion und intensiver Selbstarbeit der Teilnehmerinnen / Teilnehmer

Zeit und Ort: 22. 1. + 23. 1. 2019, 10:30-16:00 h, Hotel Bielefelder Hof, Bielefeld - direkt gegenüber Hbf (<1 Min zu Fuß)

Teilnahmebeitrag: für beide Tage im Paketpreis 675 Euro (zuzügl. gesetzliche USt.) für Teilnahme und Arbeitsunterlagen, Mittagsmenus, Pausensnacks und Getränke; Teilnahme-Zertifikat

 

Anmeldung / Veranstaltungsmanagement: 

Zum Anmeldeformular »

Tel. 05241 703 3737

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